Wer künftig essen geht, der kann vorher nachschauen, ob sein Lieblingsrestaurant sauber und rattenfrei ist. Zumindest im Berliner Stadtteil Pankow. Hier sind in 39 Restaurants Hygiene-Mängel aufgetreten. Da diese aber nicht beseitigt wurden, sagte sich jetzt der Bezirk, dass man härter durchgreifen müsse. Da Bußgelder kaum noch wirken, veröffentlichte der Bezirk nun eine Ekelliste dieser Restaurants, bei denen bei Kontrollen Ratten, Schmutz oder Ähnliches aufgefallen ist. Zwar stößt das auf viel negative Kritik bei den Gaststätten- und Imbissbesitzern, doch bei der Bevölkerung kommt diese Liste gut an, jetzt soll es auch in anderen Berliner Bezirken eine solche einsehbare Liste geben. Die Schmuddelrestaurants werden auf der Website berlin.de genannt.

Wer also ein Essen plant, der sollte vorher mal auf diese Liste schauen. Mal schauen, wann es diese Liste auch in meinem Bezirk gibt. Auch in Brandenburg denkt man über eine solche Liste nach. Aber eigentlich schon eklig zu wissen, dass es Ratten und Getier (oder Schlimmeres) in seinem ehemaligen Lieblingsrestaurant gibt. Saubere Bars, Kneipen, Restaurant sollen ein Smiley auf der Ladentür angeklebt bekommen. Auf dem steht dann: „Alles sauber. Also rein!“ Bisher haben fünf Betriebe diese Auszeichnung, weitere 60 haben sich darum beworben.

Die gemeinnützige Organisation Foodwatch, die sich mit den Rechten von Verbrauchern und der Qualität von Lebensmitteln auseinandersetzt, verleiht erstmalig den Preis der „dreistesten Werbelüge“, den Goldenen Windbeutel. Nominiert sind unter anderem actimel, die zwar eine gesunde Darmflora in den Werbespots vorgaukeln, allerdings ist es Fakt, dass jeder Naturjoghurt gut für die Verdauung ist, actimel ist gegenüber Naturjoghurt überteuert und zu süß. Also anstatt einen probiotischen Joghurt, einfach einen Naturjoghurt essen, denn der stärkt das Immunsystem sogar noch besser als actimel.

Auch zur Wahl steht der Gourmet-Genießerkuchen von Bahlsen. In der Werbung heißt es, er ist aus einer „besonderen Kombination erlesener Zutaten“. In Wirklichkeit sind aber keineswegs Gourmetzutaten, sondern Zusatzstoffe und Aromen enthalten. Der Kinder-Joghurt „Biene Maya“ steht auch zur Wahl, denn anstatt gesund für Kids zu sein, sind 44 Stücke Zucker enthalten, in einer Colaflasche gerade mal 30 Stücke! Bertollis Pesto Verde hat nur kleine Anteile von Pinienkernen und Olivenöl, dafür setzt man dann auf Sonnenblumenöl und Cashewnüsse. Es ist also eine Mogelpackung.

Ebenfalls kann man den berühmten Frucht-Tiger als dreistesten Werbelüge des Jahres wählen. Denn im „gesunden Saft“ ist Citronensäure und der Süßstoff Aspartam enthalten, die die Zähne arg angreifen. Kaum hat man die Liste veröffentlicht, hat man im Hause Frucht-Tiger (Eckes-Granini) auch gleich reagiert. So wirbt man jetzt nicht mehr mit dem Claim „der gesunde Durstlöscher“, jedenfalls nicht mehr auf der deutschen Website…auf den internationalen Seite steht dieser Zusatz aber immer noch. Auf der Foodwatch-Seite abgespeist.de können Verbraucher noch bis zum 19. März abstimmen, von welchem Produkt sie sich am meisten in die Irre geführt sehen. Gegründet wurde Foodwatch im Oktober 2002 in Berlin vom ehemaligen Greenpeace-Geschäftsführer Thilo Bode.

SchnäppchenDealer

1 Comment on Von Schmuddelrestaurants und fiesen Werbelügen

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