Französische Verbraucherschützer sowie das EU-Parlament zeigen größte Bedenken bei der Einführung von Sarkozys neuestem Gesetz. Dieses Gesetz soll verhindern, dass sich die zu einem Flächenbrand ausgeweiteten, illegalen Musik- und Film-Downloads noch weiter ausbreiten und vor allem die Täter ungestraft davon kommen. Frankreich hat dafür eigens eine Behörde, mit Namen „Hadopi“ (Haute Autorité pour la Diffusion des Oeuvres et la Protection des Droits sur Internet) ins Leben gerufen, welche Hinweisen der Industrie auf illegale Downloads nachgehen soll. Wird bestätigt, dass sich ein User der Internetpiraterie strafbar macht, so warnt die Behörde den Delinquenten erst einmal mit zwei E-Mails. Später via Einschreiben. Falls er daraufhin immer noch illegal Musik oder Filme herunterlädt, so verliert er seinen Internetzugang für zwei Monate, was sich aber auch bis zu einem Jahr ausweiten kann.

Im Vermittlungsausschuss wurde das Gesetz noch einmal erweitert und damit verschärft. Folge dessen, die Internetpiraten müssen während ihrer Sperrzeit ihre Netzgebühren weiter bezahlen, was in dem Falle vielleicht noch viel mehr schmerzt als nur den Zugang zu verlieren. Aber auch die Provider wurden in die Pflicht genommen. Sie müssen dafür Sorge tragen, dass sich der Bestrafte bei keinem anderen Internetanbieter einen Zugang erhält.

Viele Sozialisten sowie Mitglieder der Sarkozy-Partei UMP sehen dieses Gesetz mit gemischten Gefühlen. Laut ihrer Meinung, darf der Zugang zum Internet niemandem verweigert werden, da in unserer von Kommunikation geprägten Gesellschaft, der „unfreiwillige“ Verzicht darauf Zukunftschädigend sein kann. Ebenfall als Manko des Gesetzes wird angesehen, dass diese Sperre ohne Gerichtsbeschluss verhängt werden kann. Paris will sich aber über alle Bedenken der EU als auch aller anderen hinwegsetzen, da es, so die Kultusministerin Christine Albanel, nicht um die Einschränkung der Freiheit gehe, sondern um die erzieherische Wirkung. Zudem riskieren nur Raubkopierer mit „extremer Ausdauer“ eine befristete Internetsperre. Auch hier in Deutschland wird ja immer wieder stark diskutiert, inwiefern Downloads von Musik und Filmen starfbar sind und inwiefern Anbieter wie kino.to sich strafbar machen.

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