Das war sie nun also. Die größte Musikpreisverleihung Europas. Auffallend eigentlich wie jedes Jahr: auch in Liverpool, England waren die meisten Künstler und die Laudatoren nicht aus Europa, sondern aus den USA. Und man musste sich wirklich fragen, ob es sich denn wirklich um die EUROPE Music Awards handelte und nicht viel mehr um die US Music Awards. Leider, leider gingen die fabulösen MIA. leer aus, denn der Preis für den besten deutsche Act ging an Fettes Brot. Damit stachen sie Die Ärzte, Sido und die Söhne Mannheims aus, die ebenfalls nominiert waren. Sie wandeln somit auf den Spuren von Bushido, der letztes Jahr in München die EMAs 07 gewann. Die Broten feierten mit einer Performance von ihrem Hit Bettina, pack deine Brüste ein! Tokio Hotel konnten die Kategorie „Headliner“ gewinnen und bezwangen somit gestandene Bands wie The Cure, Linkin Park, die tollen Foo Fighters und sogar Metallica. Da zeigt sich doch einmal mehr, wie angesagt die Magdeburger international sind. Britney Spears gewann mit ihrer Platte Blackout den Preis für das beste Album des Jahres. Eine kleine Überraschung gab es in der Kategorie zum besten Act. Hier gewann ein wenig überraschend erneut Britney mit Piece of me vor Leona Lewis, Rihanna, Coldplay und Amy Winehouse. Kam für mich etwas überraschend, denn ich dachte die übermächtige Amy räumt hier ab. Als Best Act Ever gewann vor Britney, U2, Green Day, Christina Aguilera und Tokio Hotel Rick Astley. Astley war jahrelang in der Versenkung verschwunden. In den späten Achtzigern stürmte er mit Never Gonna Give You Up die Hitlisten und anno 2007 feierte er ein ungewöhnliches Comeback. Das Phänomen Rickrolling wurde 2007 ins Leben gerufen. Hinter reißerischen Links, zum Beispiel „Star XYZ nackt“ befand sich das Video zu Never Gonna Give You Up. Vor wenigen Wochen ging das Phänomen dann weiter, indem tausende von „Astley-Fans“ Rick in die Kategorie für die EMAs wählten. Wie man sieht, hatte dieser Spaß Erfolg.

Auffallend bei der von Katy Perry moderierten Awardshow: die Überzahl von Barack-Obama-T-Shirts an den Leibern der Künstler. Bereits im Vorfeld wurde bekannt, dass Beatle-Mitglied Sir Paul McCartney in seiner Heimatstadt mit dem äußerst seltenen Ultimate Legend Award geehrt werden würde. Der Award wurde von Weltverbesserer und U2-Sänger Bono übergeben. Mit Lobpreisungen für McCartney konnte er kaum aufhören. Unter anderem meinte er, dass die Beatles die Überband war und Paul quasi den Beruf des Sängers erfand.

Die weiteren Bands und Künstler, die die Echo Arena mit der witzigsten Trophäe verließen:

Rock Out: 30 Seconds to Mars aus den USA, sie gewannen ebenfalls die Kategorie Video Star mit ihrem Hit Beautiful Life. Sie gewannen ja auch schon letztes Jahr in München die Kategorie Rock Out!
New Act: Katy Perry
Ultimate Urban: Kanye West
Most Addictive Track, also das Lied das am süchtigsten macht: Pink mit So What
Artist’s Choice: Lil Wayne (feat. Static) mit Lollipop
Europe’s Favourite Artist: Emre Aydin aus der Türkei

Schade eigentlich, dass die regionalen Preisträger nicht gezeigt wurden, sondern zum Beispiel die Engländer nur den Sieger in der Kategorie Best UK Act sahen oder die Ungarn nur ihren Sieger in der Wertung zum besten ungarischen Act. Daher hat auch der Großteil Europas nicht die Verleihung für den besten deutschen Act gesehen.

SchnäppchenDealer

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