Wenn man sich mit der Geschichte Kretas befasst, so wird man auch auf die kleine Insel Spinalonga stoßen, die Kreta im Nordosten vorgelagert ist. Der richtige Name der 400 x 200 Meter großen Insel lautet Kalidóna, „Spinalonga“ stammt von den Venezianern, auf italienisch bedeutet dies „langer Dorn“.

Die spannende Geschichte von Spinalonga

Die Geschichte des kleinen Eilandes ist faszinierend und lang zugleich. Im 15. Jahrhundert errichteten die Venezianer hier eine mächtige Festung. Im 17. Jahrhundert landeten die Türken auf Kreta und kämpften auch um Spinalonga. Etwa 50 Jahre lang konnten die Venezianer diese kleine Insel tapfer verteidigen, dann fiel sie schließlich doch in die Hand der türkischen Eroberer.

Um 1900 verschwanden die Türken wieder von Kreta, die Festung auf Spinalonga diente jedoch weiterhin als Unterkunft für türkische Siedler. Es kam zu den ersten Lepra-Fällen in Griechenland, und die Regierung entschied, dass die kleine Insel ideal für die Unterbringung der Erkrankten sei.

Bis in die 50er Jahre hinein waren hier zeitweise bis zu 1.000 Menschen von der Außenwelt abgeschnitten, mit Booten brachte man ihnen alles, was sie zum Leben benötigten. Ende der 50er Jahre gab es dann endlich Medikamente gegen die hochansteckende Krankheit, so konnte die Lepra-Kolonie im Jahr 1961 aufgelöst werden.

Tourismus auf Spinalonga

Tagtäglich wird die Insel Spinalonga von zahlreichen Ausflugsschiffen angefahren, in der Regel von Agios Nikolaos oder Elounda aus, einige starten auch in der Ortschaft Plaka. Die Insel in der schönen Mirabello-Bucht ist Ausflugsziel für mehrere tausend Touristen am Tag.

Besucher können selbst entscheiden, ob sie das Eiland auf eigene Faust erkunden, oder ob sie an einer Führung teilnehmen. Interessiert man sich für die spannende Geschichte Spinalongas, ist unbedingt eine Führung zu empfehlen.

Einige Schiffe fahren vorher auch noch eine kleine Bucht an, in der die Teilnehmer baden können, außerdem wird ein leckeres Mittagessen zubereitet. Diese kompletten Touren starten in der Hafenstadt Agios Nikolaos.

Von der Ortschaft Elounda aus fährt in der Hochsaison normalerweise alle 30 Minuten ein Boot nach Spinalonga, hier wird jedoch keine Führung mit angeboten. In knapp einer halben Stunde ist man auf der kleinen Insel, und kann dann ein beliebiges Boot zurück nehmen.

Wer es ganz ursprünglich liebt und mit dem Auto auf Kreta unterwegs ist, der fährt am besten vom Dorf Plaka aus mit einem der Fischerboote nach Spinalonga, für ein paar Euro ist man in knapp 15 Minuten dort.

Auf Spinalonga sind noch zahlreiche Gebäude von früher erhalten, andere wurden aufwändig restauriert. Eine Ausstellung informiert Besucher mit Bildern über die Geschichte der ehemaligen Lepra-Insel. Man kann auch einen 1,5 Kilometer langen Rundweg nutzen und den Aufstieg zur riesigen Festung wagen und einen herrlichen Ausblick über die Gegend genießen.

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