Diese traurige Nachricht ging um die ganze Welt: Der 44-jährige Tierpfleger Thomas Dörflein ist gestern Mittag in der Wohnung einer Bekannten in Berlin-Wilmersdorf gestorben. Sein Herz hörte einfach auf zu schlagen. Notärzte versuchten ihn knapp zwei Stunden lang wiederzubeleben, vergeblich. Anscheinend war er schon länger schwer krank gewesen. Thomas Dörflein arbeitete mehr als 25 Jahre im Zoologischen Garten und zeigte immer vollen Einsatz. Daher war natürlich auch der Zoo- und Tierparkdirektor Bernhard Blaszkiewitz tief betroffen und äußerte sich wie folgt: „Das ist ein schlimmer Verlust für uns“ und „Die Gedanken aller Mitarbeiter und des Aufsichtsrates sind jetzt bei der Familie, den Angehörigen und Freunden unseres langjährigen Kollegen.“

Thomas schien ein in sich gekehrter Mensch gewesen zu sein, gab nicht viel über sich Preis, doch in seiner Arbeit lebte er voll auf. Als er sich dann im Dezember 2006 dem von der Mutter verstoßenem neugeborenen Eisbärenbaby Knut annahm und sich aufopferungsvoll um den kleinen Knirps kümmerte, wurde er von allen Besuchern und Tierfreunden ins Herz geschlossen. Heiner Klös, Bären-Kurator und vor allem auch guter Freund des Verstorbenen, sagte zur Bild: „Thomas war ein wahnsinnig intelligenter und liebevoller Mensch. Auch für uns war es nicht immer leicht, an ihn heranzukommen. Doch wer einen Weg fand, ihn zu knacken, gewann einen echten Freund.“

Auch Berlins regierender Bürgermeister Klaus Wowereit ist schockiert über dessen Tod und veranlasste eine Obduktion zur Klärung der Todesursache. Es stellte sich heraus, dass Thomas einen Herzinfarkt erlitt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft habe eine frisch gebildete Thrombose zu einer unzureichenden Blutversorgung des Herzens geführt. Fremdverschulden wurde als Todesursache aus medizinischer Sicht ausgeschlossen. Wowereit verfasste einen Kondolenzbrief an die Familie des Verstorbenen, indem u.a. geschrieben steht: „Es ist für uns alle unfassbar, dass dieser große, starke, sympathische Mann nicht mehr lebt“.

Thomas Dörflein hinterlässt zwei erwachsene Kinder und seine Lebensgefährtin, welche selbst noch ein Kind im Grundschulalter hat.

Doch die traurige Nachricht berührte auch Menschen aus aller Welt. Ausländische Zeitungen, wie die „Herald Tribune“, die Tageszeitung „Österreich“ und sogar die „New York Times“ berichteten über das Unglück. Wenige Augenblicke nach der Bekanntgabe des Tods von Thomas Dörflein drückten viele Menschen ihre Trauer im Internet aus:
„Wie wird das denn nun weitergehen? Ich weiß gar nicht, was ich noch schreiben soll, ich sehe den Monitor vor Tränen nicht mehr.“
„I can‘t believe it! I refuse to believe it! This is a sad day! My thoughts go to his family and of course, to Knuti. I don‘t know what to say… I can‘t but cry.“

Noch am Montagabend wurden vor Knuts Gehege viele Kerzen angezündet, heute legten zahlreiche Besucher Blumen nieder, um somit ihr Beileid auszudrücken.

Auch ich bin tief bestürzt, denn obwohl viele von uns diesen Menschen nicht kannten, empfand man trotz alledem so. Er schien mir durch seinen langen Zopf und dem Bart auf Bildern und im Fernsehen immer sehr sympathisch. Thomas wurde als Ziehpapa von Knut in der ganzen Welt berühmt. Für ihn jedoch war das nur zweitrangig, er wollte dem Kleinen nur helfen. Dafür wird ihm aber auch der Respekt erwiesen, den er verdient. Ihm wurde zu recht der Verdienstorden des Landes Berlins verliehen, denn Thomas Dörflein war ein großartiger Pfleger und eine Bereicherung für den Zoologischen Garten. Er ging von uns, lebt aber in Knut weiter und wird durch seine Taten unvergessen bleiben.

SchnäppchenDealer

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