Josies Bruder:
Gestern machte ich mich auf den Weg, mir den schon mehrfach angekündigten Zombieflashmob am Potsdamer Platz anzuschauen.

Josie:
Verdammt, ich wollte mir das angekündigte Spektakel auch live ansehen, aber ein Betriebsausflug kam in die „Quere“.

Josies Bruder:
Ich muss sagen, dass ich mir mehr darunter vorgestellt hatte. Flashmob bedeutet eigentlich, dass sich Leute unauffällig auf Plätzen versammeln und irgendeine einstudierte Choreographie vorführen und dann als wäre nichts gewesen, wieder auseinander gehen. Dem war leider nicht so. Diverse Gruppen, von schon fast fertig geschminkten Zombies, hielten sich zwar nicht unmittelbar aber dennoch zu nah am Potsdamer Platz auf und warteten darauf, diesen zu „stürmen“.

Josie:
Hmm… So war´s ja eigentlich gar nicht geplant gewesen.

Josies Bruder:
Viel zu viele Passanten ahnten schon, dass hier was nicht stimmt und zückten ihre Fotohandys und Touristen ihre Kameras, was das ganze Unterfangen eher zu einer Farce machten, als zu einer spontanen Zusammenkunft Flashmob-Begeisterter. Glück war nur, dass die Partei der Grünen eine Kundgebung veranstalteten, welche dem Ganzen dann doch den Hauch von Unauffälligkeit gab.

Josie:
Ja die Grünen, auf die kann man sich doch immer verlassen.

FlashmobJosies Bruder:
Und auf einmal fing es an und meines Erachtens nach recht unkoordiniert. Dutzende „Leichen“ lagen herum, im Hintergrund spielte eine Mittelalterband der Grünenveranstaltung, welche einfach nicht dorthin passte. Dann standen die lebenden Toten auf und liefen auf ein schreiendes Mädchen zu. Das war doch schon recht ansehnlich. Zudem waren viele der Zombies super geschminkt und in Szene gesetzt. Man hörte ganz leise den Soundtrack von „Thriller“, der aber wirklich kaum zu vernehmen war. Kurze Zeit später fingen rund 12 Zombies die einstudierte Choreo an zu performen, wobei man die Musik immer noch nicht hören konnte oder gar richtig sehen. Fernsehkameras vom RBB, Leute mit ihren Handys und andere mit Kameras störten das doch eigentlich als „spontan“ geplante Gesamtbild. Und dann war es wieder vorbei.

Josie:
Naja, also bis zu dem Zeitpunkt muss ich sagen, dass mein Ausflug definitiv spannender war.

Josies Bruder:
Da es in den verschieden Foren ja hieß, vor dem Reichstag wird der Flashmob wiederholt, machte sich die Zombiemeute entlang der Ebertstraße zum Reichstag auf. Dort angekommen wurde alles auf Anfang gestellt und ich muss sagen, dass diesmal alles recht hervorragend klappte. Alles stimmte und auch die Musik war auf diesem großen Vorplatz wesentlich besser zu hören. Keine störenden Kameras sondern nur Touristen, welche völlig fasziniert stehen blieben um sich das Spektakel anzusehen. Gelungene Aktion. Vermutlich lag es daran, dass diesmal nicht mehr ganz so viele Leute Bescheid wussten.

Josie:
Na dann hat sich die ganze Sache ja doch schon gelohnt, auch wenn es erst beim zweiten Anlauf richtig geklappt hat.

Flashmob2Josies Bruder:
Und weil dies so wunderbar klappte, begaben sich nun alle, diesmal wirklich spontan, zum Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor. Hier tummelten sich ebenfalls Fernsehkameras, unter anderem von Pro7, Sat1 und N24. Dies lag aber an einer Kundgebung zu Ehren Michael Jacksons, er hatte ja gestern Geburtstag. Und so war dieses Publikum die richtige Kulisse für den letzten und wirklich sehr guten Flashmob der Berliner Citymobber. Doch dem nicht genug. Exakt mit dem Ende der Choreographie, kaum fünf Meter neben mir, erklang die Musik von Michael Jacksons „Beat it“, und hallte laut über den Platz. Fünf Leute begannen zu tanzen und mit jedem Beat wurden es immer mehr. Die Stimmung war elektrisierend. Scheinbar nur als Zuschauer herumstehenden Passanten fingen an, Beat per Beat zu tanzen. Leute, die wirklich nichts davon wussten, schrieen ihre Begeisterung heraus. Es wurden immer mehr und mit einem Mal war ich mitten drin. Und es hörte nicht auf. Immer mehr Leuten stiegen in die Choreo ein. Wie schon der „Tribute to Michael Jackson“-Flashmob in Stockholm, konnte man im Grunde nur mitmachen. Diese altehrwürdige und geschichtsträchtige Kulisse des Brandenburger Tors, die vielen begeisterten Menschen, die weit über Hundert spontanen Tänzer und die Idee die hinter der Aktion der Flashmobs steht, nämlich einen Mann zu ehren, der unserer Welt soviel gegeben hat, lässt nur eine Schlussfolgerung zu: Ich ziehe den Hut vor den Veranstaltern, allen Mitwirkenden und Fans, die sich am gestrigen 51. Geburtstag des King of Pop zu insgesamt 6 Flashmobs in Berlin trafen.
Danke.

Josie:
Ich kann meinem Bruder nur Recht geben und es tut mir in der Seele weh, dass ich nicht dabei sein konnte. Denn nachdem ich die Videos und Fotos gesehen habe, die er von den Flashmobs gemacht hatte, lief es mir selbst heiß kalt den Rücken hinunter. Alle Mitwirkenden waren echt klasse und ich hoffe, dass dies nicht der letzte Flashmob war. Das nächste Mal bin ich auf jeden Fall mit dabei!

SchnäppchenDealer

2 Comments on Flashmobs in Berlin zu Ehren Michael Jacksons

  1. Coole Idee…aber Flashmobs nehmen in letzter Zeit Überhand, deshalb finde ich sie nicht mehr so spektakulär!

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