Konflikte, Streitigkeiten und Auseinandersetzungen gehören seit Anbeginn der Menschheit zum alltäglichen Miteinander. Dort, wo Menschen aufeinandertreffen, kann es zu ganz unterschiedlichen Problemen kommen – zwischenmenschlicher Natur, aber auch rechtlich relevanter Art wie zum Beispiel zivilrechtliche Konstellationen. Natürlich bedürfen aber auch alle anderen Schwierigkeiten einer Regelung.

In einem Rechtsstaat steht allen Bürgern dafür der Weg zu den ordentlichen Gerichten offen. Von dieser Möglichkeit wird heutzutage auch reger Gebrauch gemacht – obwohl viele Konflikte auch außergerichtlich beigelegt werden könnten. Ob kleine oder große Meinungsverschiedenheit: Die Alternative, sich ohne die Einschaltung von Rechtsbeistand und Richtern zu einigen, ist oft zu bevorzugen. Damit auch eine außergerichtliche Schlichtung von Konflikten zum gewünschten Erfolg führt, ist das Ausarbeiten von zufriedenstellenden Kompromissen unentbehrlich – die Mediation stellt Ihnen hierfür ein bewährtes Instrument zur Seite, das sich weltweit als Möglichkeit der außergerichtlichen Streitbeilegung etabliert hat.

Grundsätze der Mediation

Mediation wird gemäß § 1 des Gesetzes zur Förderung der Mediation und anderer Verfahren der außergerichtlichen Konfliktbeilegung (kurz: MediationsG) definiert als „ein vertrauliches und strukturiertes Verfahren, bei dem Parteien mit Hilfe eines oder mehrerer Mediatoren freiwillig und eigenverantwortlich eine einvernehmliche Beilegung ihres Konflikts anstreben.“.

Sie beinhaltet unterschiedliche Komponenten aus der

  • Konfliktforschung,
  • Verhandlungsforschung,
  • Konfliktmanagement,
  • Psychotherapie und der
  • Psychologischen Problemlösung.

Das Zusammenspiel der einzelnen Elemente sorgt dafür, dass die Mediation nicht nur eine gleichberechtigte Existenzberechtigung neben der gerichtlichen Lösung von Konflikten innehat – sie ist, im Gegensatz zu Gerichtsurteilen und Vollstreckungstiteln, auch sehr viel eher geeignet, dass die beteiligten Parteien als gleichberechtigte Partner miteinander agieren und zusammen an einer Lösung der Streitigkeiten arbeiten.

Von staatlicher Seite erfährt die Mediation schon alleine deshalb Anerkennung, als sie für eine deutliche Entlastung der Gerichte sorgt – in Zeiten von Klagewellen und chronischer Überlastung der Justiz kein unwesentlicher Faktor, sondern ein überaus effizientes Mittel, um hier nachhaltige Impulse zu setzen. Es ist daher nur wenig erstaunlich, dass auch die großen Rechtsschutzversicherer mittlerweile dazu übergegangen sind, die Kosten für eine Mediation zu übernehmen.

Einsatzgebiete der Mediation

Wie oben bereits erwähnt, bietet die Mediation für eine große Bandbreite an möglichen Konfliktfeldern die ideale Option zur Erarbeitung einer zufriedenstellenden Lösung. Das gilt insbesondere für die folgenden Einsatzgebiete:

  • Konflikte in der Familie und im familiären Umfeld
  • Konflikte in der Ehe- und Lebensgemeinschaft
  • Konflikte im Arbeits- und Berufsumfeld
  • Scheidung und Trennung
  • Erbschaft und Erbauseinandersetzungen
  • Konflikte im Baubereich (Eigenheim- und Immobilienbau)
  • Miete und Pacht
  • Konflikte im Bildungs- und Schulbereich
  • Konflikte in der Nachbarschaft
  • Konflikte durch Verträge oder bei der Durchsetzung von vertraglichen Pflichten
  • Täter- und Opferausgleich und Opferhilfe.

Bevor es in solchen Bereichen hart auf hart kommt und die ganze Angelegenheit vor Gericht geht, sollten Sie daher sinnvollerweise eine schlichtende Mediation in Betracht ziehen. Diese hat vor allem den Vorteil, dass auch bei festgefahrenen Verhandlungspositionen durch die Hinzuziehung eines Mediators in der Rolle des neutralen Dritten neue Ansatzpunkte erarbeitet werden können und so eine Problemlösung erreicht werden kann.

Natürlich kann eine Mediation nur dann gelingen, wenn die beteiligten Parteien auch tatsächlich an einer eigenverantwortlichen Lösung des Konflikts interessiert sind. Es geht beim Mediationsverfahren weniger darum, den „Streithähnen“ eine Lösung aufzuzwingen, als vielmehr darum, die Konflikte zu erkennen, zu analysieren und aufzuschlüsseln. Nur dann ist es möglich, auch nach der Beilegung von Streitigkeiten weiterhin miteinander umgehen zu können – gerade im Wirtschaftsleben ist das ein Vorteil von enormer Bedeutung, denn als Geschäftspartner sollte der vernünftige und professionelle Umgang miteinander gerade auch angesichts von kleineren Konflikten möglich sein.

Mediation oder Gerichtsverfahren?

Insbesondere in den letzten Jahren hat die Mediation einen deutlichen Aufschwung in allen Rechtsgebieten erfahren. Auch von amtlicher Seite wird die Option auf eine außergerichtliche Einigung im Rahmen des Mediationsverfahren durchweg positiv beurteilt – so zeigen diverse Untersuchungen, dass die Mediation sowohl von Richterseite als auch durch Anwälte und Staatsanwälte begrüßt wird.

Die Vorteile einer Mediation beschränken sich dabei nicht nur auf die Vermeidung von langwierigen und zeitraubenden Gerichtsprozessen – auch der Kostenfaktor spielt eine große Rolle, denn es hat sich gezeigt, dass Mediationen oft in nur einem Bruchteil der Zeit erfolgreich zu Ende geführt werden.

Ein weiterer Vorteil der Mediation ist vor allem darin zu sehen, dass nach erfolgreicher Streitbeilegung alle Beteiligten mit einer zufriedenstellenden und akzeptablen Lösung den Konflikt beigelegt haben – im Vergleich zu Gerichtsverfahren, wo grundsätzlich eine Partei als „Gewinner“ gilt und die andere als „Verlierer“ eine nicht zu unterschätzende psychologische und auch emotionale Bereicherung. Insbesondere im Bereich der Familien- und Paarmediation werden Beziehungen durch Gerichtsprozesse oft unwiderruflich zerstört: Diese Gefahr besteht demgegenüber nicht, wenn alle eigenverantwortlich an einer Lösung arbeiten und in diesem Rahmen auch über den eigenen Tellerrand hinausblicken und Verständnis für die andere Seite entwickeln.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass Mediationsverfahren insgesamt sehr viel entspannter ablaufen als das ein Gerichtsprozess je könnte – eine freie Entschlussfindung ist daher immer einer Lösung vorzuziehen, die durch eine übergeordnete amtliche Instanz erfolgt. Übernehmen Sie daher selbst Verantwortung und lösen Sie Probleme, ohne Beziehungen zu gefährden. Ein erfahrener Mediator steht Ihnen hierbei mit Rat und Tat zur Seite.

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