Pheromone sind ein Wunderwerk der Natur und werden häufig in deren Wirkung unterschätzt. Man kann sie als eine Art chemische Kommunikation zwischen Artgenossen verstehen. Pheromone spielen allerdings nicht nur im Tierreich eine wichtige Rolle, sondern werden genauso von Pflanzen eingesetzt.

Insekten setzen Pheromone zum Finden von Geschlechtspartnern, zur Aufrechterhaltung der Harmonie in einer sozial lebenden Kolonie, zur Markierung von Territorien oder zum Auffinden von Nestplätzen und Nahrungsquellen ein. Die Landwirtschaftsindustrie hat sich so manches Pheromon zur Schädlingsbekämpfung zu Nutze gemacht, um z.B. das Paarungsverhalten von Schädlingen zu beeinflussen oder gewisse Insekten mit Hilfe von Pheromon-Fallen zu fangen. Da Pheromone biologisch abbaubar und ungiftig sind, gilt diese Art von Schädlingsbekämpfung als besonders ökologisch.

Nach und nach entdeckte man Pheromone auch im Pflanzenreich. Diese werden häufig dazu genutzt das Tierreich, bzw. meistens Insekten und gelegentlich Vögel zu beeinflussen. Blütenpflanzen nutzen Pheromone als Lockstoffe, um Insekten anzulocken und diese für die sexuelle Fortpflanzung zu benutzen. Im Gegenzug für den Transport von Pollen von einer zur anderen Blüte erhalten Insekten den Nektar der Pflanze. Mittlerweile gibt es einen ganzen Forschungszweig namens Biopharming, der sich auf das Einsetzen und Züchten von Pflanzen mit bestimmten Pheromonen spezialisiert, die man landwirtschaftlich oder anderweitig einsetzt.

Bei den Wirbeltieren, zu denen auch der Mensch zählt, versteht man unter Pheromone Substanzsekrete, die als olfaktorisches bzw. ein durch den Geruchssinn wahrgenommenes Signal, welches zu einer Verhaltensänderung oder einer physiologischen Antwort eines Artgenossen führt, Verwendung finden. Beispiele für Signale, die den Pheromonen zugesprochen werden sind Reviermarkierung, Rivalitätsverhalten, Paarungsbereitschaft oder Gefahr in Verzug.

Pheromone beim Menschen

Der Mensch zählt, wie wir alle wissen zu den Wirbeltieren, genauer gesagt zu den Säugetieren und ist somit mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit genauso wie andere Tiere dieser Gruppe durch Pheromone beeinflussbar. Allerdings sind sich Wissenschaftler darüber nicht hundertprozentig einig. Verschiedene Experimente zeigen deutlich, dass Menschen unbewusst auf gewisse Gerüche bzw. Sekrete von Artgenossen reagieren. Ein Beispiel dafür ist die unangenehme Wahrnehmung von Angstschweiß in Extremsituationen von anderen Individuen. Beispielsweise wurde ein Experiment durchgeführt, in dem der Schweiß von jungfräulichen Fallschirmspringern einer Testgruppe zum Beschnuppern ausgehändigt wurde. Diese nahmen den Geruch als äußert unangenehm wahr, so als ob der Angstschweiß der Versuchsperson, dessen Schweiß man analysierte, eine Signalwirkung in dem Sinne „Vorsicht! Gefahr in Verzug!“ gehabt hätte.

Mittlerweile ist man sich dessen bewusst, dass Pheromone und Duftstoffe in unserem Fall einen Einfluss auf die Partnerwahl der Weibchen haben. Viele Experten sind sich sicher, dass das Weibchen bei den Primaten den Sexualpartner an Hand des Geruchs auswählt. Laut Statistik sind die Partner am meisten gefragt, die am exotischsten im Vergleich zu dem eigenen, individuellen Geruch duften. Besonders unterschiedliches Erbmaterial begünstigt gesunde und widerstandsfähige Nachkommen. Dementsprechend sind sich im Tierreich viele Experten einig, dass der Geruch und der Geruchssinn eine sehr große Rolle spielen.

Allerdings kommen bei der Selektion des Partners beim Menschen mehrere Faktoren dazu, die ausschlaggebend sein können. In Deutschland erfreuen sich sogenannte Pheromon-Partys wachsender Beliebtheit. Es handelt sich dabei um eine Art Partnervermittlung, die an Hand des Dufts der Personen vonstattengeht. Kann man sich gut riechen wird der Kontakt gebildet.

Neuer Trend: Pheromone in Parfums

Die Versprechen, die von Pheromon-Parfum Herstellern häufig gemacht werden, sind nur schwer einzuhalten. Immerhin dürften sich Pheromone beim Menschen äußerst subtil äußern. Allerdings schwören immer mehr Verbraucher auf die Wirkung von diversen Pheromon-Produkten. Weiters bezeichnen es viele Experten als äußerst unwahrscheinlich, dass sowohl Bakterien, Tiere und Pflanzen in chemischer Weise miteinander kommunizieren und der Mensch dabei die Ausnahme sein soll. Viele Experimente sprechen für die Wirkung von Pheromone auf den Menschen, einige Wissenschaftler sind skeptisch darüber, ob man dadurch menschliches Verhalten in der Weise steuern kann, wie es die Werbung häufig verspricht. Man darf gespannt sein, was die laufende Forschung diesbezüglich zu Tage fördert!

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