Wenn man täglich mehr als hundert Haare verliert, dann spricht üblicherweise von Haarausfall bzw. Alopezie. Haarausfall ist an und für sich keine Krankheit, kann aber ein Symptom für eine schwerwiegende Krankheit sein und negative Auswirkungen auf die menschliche Psyche haben. Dabei ist erblich bedingter Haarausfall die am stärksten auftretende Variante von Haarausfall und betrifft in erster Linie den Mann. Andere Formen wie kreisrunder oder diffuser Haarausfall sind dabei um einiges seltener. Einige andere Arten von Haarausfall wie z.B. der strahlenbedingte Haarausfall sind so selten, dass man sie getrost vernachlässigen kann.

Obwohl die Ursachen für androgenetischen Haarausfall immer noch nicht zur Gänze geklärt sind, sehen Wissenschaftler den Hauptschuldigen für genetisch bedingten Haarausfall in dem Hormon Dihydrotestosteron (DHT). Betroffene haben Haarwurzeln, die überempfindlich gegenüber DHT sind. Haarfollikel am Oberkopf werden nachweislich durch das DHT geschwächt und geschädigt.

Kreisrunder Haarausfall wird in den meisten Fällen durch eine Autoimmunreaktion hervorgerufen und sollte von einem Arzt begutachtet werden. Diese Art des Haarausfalls kann sich bis zum Verlust des gesamten Haupt- und Körperhaares weiterentwickeln.
Der diffuse Haarausfall wird in den meisten Fällen durch Hormonschwankungen, Schilddrüsenerkrankungen, Eisenmangel, Stress, Infektionen, Fettunterversorgung oder als Nebenwirkung einiger Medikamente verursacht.

Mittel gegen erblich bedingten Haarausfall

Androgenetische Alopezie bzw. der erblich bedingte Haarausfall verläuft beinahe jedes Mal nach einem konkreten Schema. Zuerst tauchen Geheimratsecken an den Schläfen auf und danach macht sich immer stärker der Haarausfall am Wirbel des Hinterkopfs breit, bis sich schließlich eine Glatze ausbildet. Dieser Vorgang kann über Jahrzehnte dauern oder sich bereits im jungen Erwachsenenalter manifestieren.

Gibt es Möglichkeiten gegen den erblich bedingten Haarausfall vorzugehen?

Eine Möglichkeit ist das Medikament Finasterid. Dabei handelt es sich um den Wirkstoff, welcher in Propecia enthalten ist. Dieses wird eingesetzt, um Haarausfall zu reversieren. Das Präparat wird einmal am Tag eingenommen. Laut Studien haben 66% der Testpersonen nach zwei Jahre dauernde Anwendung ihre Haarpracht wiedererlangt. Finasterid blockiert das Enzym 5-Alpha Reductase, welches dafür verantwortlich ist, dass Testosteron zu DHT umgewandelt wird. Finasterid verringert die Menge an DHT in der Kopfhaut und im Blut des Betroffenen. Ungefähr 83% der Testpersonen haben ihren Haarausfall stoppen oder reversieren können. Einige Nebenwirkungen wurden notiert wie z.B. Empfindlichkeit der Brust, Ausschlag, Juckreiz, verringerte Libido und anschwellen der Lippen oder des Gesichts. Diese hörten allerdings wieder auf nach dem man mit der Einnahme aufhörte. Der Großteil der Benutzer gab allerdings zum Besten, dass die Nebenwirkungen nicht dramatisch genug waren, um die Einnahme zu stoppen.

Minoxidil ist ein weiteres Medikament, welches man gegen erblich bedingten Haarausfall einsetzen kann. Es handelt sich dabei um den Wirkstoff des Präparats Regaine, welches bereits seit langem gegen Haarverlust eingesetzt wird. Ursprünglich wurde Minoxidil zur Senkung des Blutdrucks eingesetzt, bis man erkannte, dass es ebenfalls das Haarwachstum begünstigt. Seitdem wird es gegen Haarverlust eingesetzt. Experten wissen nicht im Detail warum Minoxidil das Haarwachstum begünstigt, allerdings vermutet man dahinter das Erweitern der Blutgefäße rund um die Haarfollikeln. Dadurch ist der Nährstoffertrag in den Haarwurzeln höher und das begünstigt das Haarwachstum.

Ungefähr die Hälfte der Testpersonen gaben zu Protokoll, dass der Haarverlust aufhörte, ein Drittel konnte keine Veränderung feststellen. Die besten Ergebnisse konnte man mit den Minoxidil erzielen, wenn man früh genug mit der Einnahme des Präparats begann.
Nebenwirkungen traten kaum auf. Trockene Haut und Kopfschmerzen bei zu hoher Dosierung wurden vermerkt.

Mehr Erfahrungen in Bezug auf Minoxidil, welches im Gegensatz zu Propecia rezeptfrei erhältlich ist, kann man hier finden: Haarwuchsmittel Test

Minoxidil zweckentfremdet

Minoxidil ist im Gegensetz zu Propecia ein Haarwuchsmittel und wirkt nicht konkret gegen erblich bedingten Haarausfall, sondern lässt überall dort, wo angewendet, verstärkt Haare sprießen. Diesen Effekt machen sich vermehrt Männer zunutze, welche mit der Dichte ihres Barts unzufrieden sind. Der Hersteller rät aber eigentlich von einer Anwendung außerhalb des Bereichs des Haupthaares ab. Davon lassen sich viele Männer aber nicht beeindrucken, da die Ergebnisse einfach zu gut sind.

Bedenklicher ist allerdings eine andere Zone im Gesicht, die sich bei Frauen einer zunehmenden Beliebtheit erfreut: die Wimpern. Stärker verdünntes Minoxidil wird am Ansatz der Wimpern aufgetragen, um dadurch dichte und lange Wimpern zu bekommen. Besonders eine Anwendung im Bereich der Augen ist aber sicher nicht ungefährlich und kann bei regelmäßigen Kontakt zu Augenschäden führen. Auch wenn die Anwendung durchaus zu längeren und dichteren Wimpern führt, sollte hier der gesundheitliche Aspekt im Vordergrund stehen.

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