Ein Dorf in Italien kämpft gegen den Tod

In einem alten italienischen Dorf trotzen die Einwohner dem Aussterben. Alle Senioren müssen nun per Dekret zu einem Check-up. Der Bürgermeister erließ sogar eine Sterbe-Verbot!

Nur die Alten sind zurückgeblieben

Normalerweise ist Davide Zicchinella Kinderarzt, doch als der Bürgermeister des Dörfchens Sellia in Süditalien nimmt er eher die Rolle des Geriatrie-Spezialisten ein. Die Jungen Leute aus der Stadt sind wegen der Suche nach Arbeit gen Norden gezogen – zurückgeblieben sind nur die Alten und die sterben nun langsam weg. Zicchinella will genau das aber verhindern.

Die Zahl der Bewohner ist in den letzten 15 Jahren bereits von 1000 auf etwa 500 geschrumpft und zwei Drittel der Verbliebenen sind über 60 Jahre alt. Der Bürgermeister sagt dazu: „Jeder Todesfall bringt auch unser Dorf dem Tod näher“. Er selbst liegt mit seinen 40 Jahren weit unter dem Altersdurchschnitt. Um das Sterben zu verhindern, verbot er im August sogar per Dekret den Einwohnern das Sterben!

Einmal im Jahr zum Arzt, sonst Strafsteuer!

Wer nicht mindestens einmal pro Jahr zum Arzt geht, der muss nun mit einer Strafsteuer von 30 Euro rechnen – viel Geld im armen Kalabrien. Für die Untersuchungen im neu eingerichteten Gesundheitszentrum des Dorfes, das mit EU-Geldern eingerichtet wurde, gibt es Zuschüsse für die Patienten. Wer ganz arm ist, muss sogar gar nichts zahlen.

So möchte der Bürgermeister erreich, dass die Menschen in seinem Dorf mindesten 83 Jahre alt werden, was die durchschnittliche Lebenserwartung in Italien ist. Der Gemeindebus fährt zusätzlich regelmäßig mit den betagten Einwohnern in ein Thermalbad, welches Altersleiden lindern soll. Auch Tanzkurse sollen im Dorf sollen zu mehr Fitness verhelfen.

Neue Bewohner und Touristen sollen angelockt werden

Da er den Tod selbstverständlich nicht ganz aufhalten kann, will der Bürgermeister auch neue Bewohner und Touristen ins Dorf locken. Auf dem Gelände eines Bauernhofes soll mit 1,5 Millionen Euro aus Brüssel ein Hochseilgarten entstehen. Der Kindergarten dient, bis er wieder gebraucht wird, als Judenherberge. Außerdem ist die Eröffnung von zwei neuen Bed-and-Breakfast-Hütten geplant.

Ganz schön viel Aufwand, um das kleine Dörfchen am Leben zu erhalten. Dem Bürgermeister seien für sein Vorhaben die Daumen gedrückt!

SchnäppchenDealer

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