Meine Freunde von 1&1
Ich hoffe, dass es nicht zur “Unendlichen Geschichte” mutiert, doch ich habe die Befürchtung, dass nach meiner Kündigung von 1&1 mir noch einiges ins Haus stehen wird, doch fangen wir Vorne an…Als ich Mitte Juni mit meinem Freund nach Berlin umgezogen bin und ich auf der Suche nach einem neuen Internetprovider war, da Kabel Deutschland, bei denen wir bisher Kunde waren, hier in der Hauptstadt noch kein Triple Play (Fernsehen, Internet und Telefon) anbot, musste ein neuer Anbieter her. Bei der Recherche wurde ich bei 1&1 fündig, dem „besten Internet-Provider des Jahres“. Klingt doch ganz reizend, vor allem, da mit dem Internet-Anschluss eine Telefon-Flatrate gekoppelt ist, also für lau ins deutsche Festnetz telefonieren. Nichts wie los: Online den Anschluss bestellen, damit er schnell verfügbar ist. Allerdings weiß ich jetzt noch nichts von den Problemen. Mit der Internet- und Telefonlosen Zeit in Berlin ist es nun also vorbei…dachte ich.
Das DSL-Zubehör (Router) muss erst einmal her und der lässt auf sich warten. Erst 13 Tage später, sprich 1 Tag vor Ablauf der gesetzlichen Widerrufsfrist trifft der ein. Und was jetzt auffällt: es handelt sich hier nur um Voice over IP, also dem Telefonieren über die Internetleitung. Wer dies schon mal getan hat, dem wird aufgefallen sein, wie schlecht VoIP doch eigentlich ist. Man versteht kaum, was der Gegenüber am Telefon erzählt. Aber bei der Auftragsbestellung war dies nicht erwähnt…Oder doch? Laut 1&1-Kundenberatung war dies explizit erwähnt…und zwar auf einer der dutzend Unterseiten im Kleingedruckten auf der Website. Wie man das übersehen kann, bleibt dem Kundenberater ein Rätsel. Wichtig zu erwähnen wäre hier wohl auch noch, dass der Internetanschluss noch gar nicht angeschlossen wurde, dazu müsse erst ein Techniker die Leitung freischalten. Und das passiert auch schon…DEMNÄCHST!
Der Tag der Schaltung rückte also näher und 1&1 nervte allmorgendlich mit einer SMS-Erinnerung, dass der Techniker doch am kommenden Freitag den Anschluss freischalten wird. Man solle sich diesen Termin also freihalten. Der Techniker würde ganz genau zwischen 8 und 15 Uhr kommen. 8 und 15 Uhr! Für eine Arbeit, die gerade mal 5 Minuten dauern würde…maximal! Nagut, noch könne man sich dies ja gefallen lassen, zumal man an diesem Freitag eh daheim ist, da nervt nur die SMS-Erinnerung an den Termin! Dann sollte auch schon jener Freitag kommen, habe ich erwähnt, dass man für diesen Termin eine teure 0900-Nummer anrufen musste, um den Termin zu bestätigen? Blöd nur, dass man vom Handy telefonieren muss und sich der Verbindungpreis dadurch steigert, aber was macht man nicht alles für Internet- und Telefonanschluss. Und überhaupt, war man ja bereits nach 20 Minuten mit einem Kundenberater verbunden. 20 Minuten!!!
Und jener Freitag rückte näher. Der Techniker müsste in den kommenden Minuten auch schon vor der Tür stehen, denn es war ja wenige Minuten vor 8 Uhr morgens. Und dann 10 Uhr morgens. Und dann 12 Uhr mittags und dann 15 Uhr am Freitagnachmittag und dann halb 5. Hmmm, hat der Techniker die Wohnung nicht gefunden? Oder war er bereits im Keller und hat alles fein angeschlossen? Also musste ein Anruf her. Ihr erinnert euch, die 0900-Nummer. Der „nette“ Kundenberater, ich nenne ihn Herrn Mustermann aus Münchhausen erklärte mir, nachdem ich 15 Minuten in der Warteschleife hing, dass der Techniker schon da war, doch niemanden erreicht habe und überhaupt „müsse ja schon alles klappen, man sei wohl zu dumm das WLAN richtig anzuschließen“. Ich überlegte kurz, da kann ja nur die Klingel defekt gewesen sein, doch beim Test der Klingel, konnte ich mich von ihrer einwandfreien Funktionstüchtigkeit überzeugen. Also musste erneut ein Anruf bei 1&1 her, erneut die 0900-Nummer. Wehmütig erklärte mir der Kundenberater, dass der Techniker nicht kommen konnte, obwohl er mir im vorigen Gespräch noch erklärte, dass ein Techniker angeblich da war. Doch nun gibt er klein bei. Am Ende des Tages wurde auch eine SMS gesendet, dass es leider nicht zum Anschluss kommen konnte, aber man gerne einen neuen Termin ausmachen könnte, dafür müsse man lediglich erneut die Kundenberatung unter der 0900-Telefonnummer anrufen. Auch das musste man in Kauf nehmen, denn man wollte ja Telefon und Internet haben. Auch wenn vorher nichts von VoIP gesagt wurde. Also wurde die Nummer angerufen…und man nach circa 60 Minuten aus der Leitung geworfen, denn kein Kundenberater sei erreichbar. Also neuer Versuch. Dieses Mal erreichte man sehr rasch einen Berater, ich schätze so nach 7, 8 Minuten in der wirren Warteschleife. Schnell war auch ein Termin gemacht.
Erneut sollte ein Techniker kommen, erneut zwischen 8 und 15 Uhr. Allerdings frühestens in 14 Tagen! Wetten wurden schon abgeschlossen, ob nun dieses Mal jemand eintreffen würde, schließlich musste man sich dieses Mal ja extra von der Arbeit freinehmen, um in der Zeitspanne auch ja daheim zu sein. Zur Überraschung aller, stand an jenem Montag auch der Techniker vor der Tür und das sogar um kurz nach 8. Man hatte sich also umsonst einen Urlaubstag genommen. Und so schnell er da war, so schnell war er auch wieder weg, schließlich braucht man zum Anschließen ja keine 3 Minuten. Schön, schön. Internet und Telefon sind nun also da und dafür hat man dieses Mal nur einen Urlaubstag sausen lassen….Super, Internet funktioniert auch, wenn auch mit Aussetzern…nur das Telefon nicht. Hä? Was ist denn da los? Wieso geht denn dies nicht?? Es gab nur eine Lösung: die 0900-Nummer vom Mobiltelefon anrufen. Nachdem man die „Drücken Sie die 1, Drücken Sie die 2-Tortur“ wie immer nach nur wenigen Minuten hinter sich hatte, wartete man wie üblich auf den menschlichen Berater…doch anscheinend ist keiner im 1&1 Büro und so wurde man nach 60 Minuten (gefühlte 7 Stunden) aus der Leitung geworfen. So auch beim nächsten Versuch. Aber nun hat man ja die Möglichkeit der E-Mail und des Rückrufservice…allerdings keine Antwort, auch nicht nach 2 Wochen. Was blieb also anderes übrig, als eine Nachbesserungsfrist zu setzen, bevor man kündigt? Dies wurde auch gemacht. Da man via Telefon ja eh keinen im 1&1-Hause erreicht, wird dies via Einschreiben-Rückschein erledigt und siehe da…die Aufforderung wurde auch gelesen. Also wartete man nun auf Rückruf oder noch besser: gleich die Nachbesserung, zu der man 14 Tage Zeit hat. Und es passierte….NICHTS! Scheinbar liegt den 1&1-Leuten wohl nichts daran, ihre Kunden zu halten, obwohl man „bester Internet-Provider des Jahres“ sei und Computer-Bild-Testsieger und Kackdiewandan. Jemand auf der 0900-Telefonnummer zu erreichen, schien mir ein unmögliches Unterfangen und die 14 Tage Nachbesserungsfrist, die juristisch gestellt werden müssen, waren auch schon längst vorbei. Nun darf man also außerordentlich kündigen. Da bei der Telefonnummer eh keiner rangehen würde (in Montabaur scheint es wohl große Ferien für ALLE zu geben), wurde dann die Kündigung versendet, zwar mit Bitte um Rückruf, doch der kam nie. Nachdem der Rückschein auch hier wieder an mich gesendet wurde, die Kündigung also gelesen wurde, wird nun der Router zurückgesendet. Ich winke ihm noch schnell hinterher…Tschüß lieber Router. Tschüß 1&1….to be continued??? Ach übrigens, ich bin jetzt bei freenet. Bisher hat alles problemlos und schnell funktioniert. Kann also das Angebot von freenet aktuell nur empfehlen.
Beitrag “1&1 zockt ab” im ct-Magazin (hr-fernsehen):
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